Gute Vorsätze

Dezember 28, 2017

Alle Jahre wieder – Wir fassen gute Vorsätze für das neue Jahr.
Meist halten sie so zwischen drei Tagen und drei Wochen. Dann stellt sich das alte Verhalten und/oder die liebgewonnene Gewohnheit wieder ein. Bei Hochsensiblen dauert es unter Umständen etwas länger, denn sie sind oft sehr diszipliniert. Also dann sechs Wochen…
Woher kommt das?
Gewohnheiten sind tief in einem entwicklungsgeschichtlich sehr alten Teil des Gehirns abgespeichert, von wo sie ohne Umweg über das Bewusstsein abgerufen werden können. Sie laufen automatisch ab. Das gilt sowohl für hilfreiche und überlebenswichtige Handlungen wie essen und gehen, über die wir nicht jedes Mal neu nachdenken müssen. Sie laufen automatisiert ab und beanspruchen damit keine wertvolle Aufmerksamkeit und Kapazität des Gehirns für bewusste, planmäßige und gesteuerte Handlungen. Soweit so sinnvoll und gut, um das Gehrin vor Überlastung zu schützen.
Das gilt jedoch auch für Gewohnheiten, von denen wir uns gerne trennen würden. Ohne darüber nachzudenken, essen wir die ganze Tafel Schokolade, wenn wir uns unter Druck fühlen oder nervös sind. Ohne darüber nachzudenken, trinken wir jeden Abend zwei Gläser Rotwein zum Entspannen. Ohne darüber nachzudenken, greifen wir an der Bushaltestelle sofort zum Smartphone, um News zu checken.
Das Gehirn hat durch Übung und Routine und zusätzlich durch positive Gefühle, die einmal mit der Handlung verbunden waren, diese Handlungsmuster abgespeichert. Auslöser-Routine-Belohnung. Und auch wenn sich das positive Gefühl mit der Zeit abnutzt, ist dieses Handlungsmuster tief innen im Gehirn verankert. Die gute Nachricht ist, dass Veränderung tatsächlich möglich ist.
Die gute und schlechte Nachricht ist, dass Veränderung Zeit braucht, Mühe und Anstrengung. Es muss ja schließlich ein neuer Pfad im Gehirn angelegt werden, er muss regelmäßig benutzt werden, um breiter und müheloser zu werden und er muss so lange durch unser bewusstes Handeln gesteuert werden, bis er wieder eingeschliffen ist und eine neue gewohnheitsmäßige Handlung geworden ist.
Was braucht es nun dafür?
Ein konkreter Plan ist gut. Also besser: “Jeden Tag maximal drei Stückchen Schokolade.” statt “Weniger Süßigkeiten.”
Eine positive Formulierung des Ziels ist gut. “Zweimal die Woche ein Glas Rotwein.” ist besser als “Kein Rotwein mehr an fünf Tagen in der Woche.”
Es ist gut, wenn ich mir darüber klar bin, dass ich es wirklich will. Nur wenn ich von meinem Ziel wirklich überzeugt bin, setze ich auch etwas dahinter, es zu erreichen.
Auslösende Situationen zu vermeiden, hilft ebenfalls. “Wenn ich erstmal auf dem Sofa sitze, komme ich nicht wieder hoch und gehe zum Sport.” Wenn ich das von mir weiß, sollte ich die Sporttasche im Flur gepackt abgestellt haben und nach der Arbeit nur greifen müssen, um loszugehen.
Neue Gewohnheiten bleiben nur erhalten, wenn sie sich gut anfühlen. Insofern kann man sich selbst für Erfolge belohnen. Sauna nach fünf Mal Sport. Sowas merkt sich das Gehirn.

Hochsensible Menschen sind meist  diszipliniert und kontrolliert. Insofern haben sie es auf dem Feld, alte Gewohnheiten durch neue zu ersetzen, leichter. Sie sollten allerdings aufpassen, dass sie nicht übertreiben mit den guten Vorsätzen. Übertreibung kann leicht zu Verbissenheit führen und das wäre dann des Guten Zuviel.

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Schritt für Schritt,  immer schön langsam und ein bisschen großzügig mit sich selbst.