Leichtigkeit. Werfen Sie doch mal Ballast ab!

Oktober 11, 2019

Leichtigkeit wünschen sich viele Hochsensible, denn etwas genau nehmen, analysieren und durchdenken, das können sie ohnehin gut. Aber Leichtigkeit?

Nun – wie gewinnt man Leichtigkeit?

Stellen Sie sich eine Reise mit einem Heißluftballon vor. Sie stehen in einem geflochtenen Korb und bereiten sich auf den Auftrieb des großen bunten Heißluftballons vor, an dessen Leinen der Korb befestigt ist.
Wenn man leichter aufsteigen will, wenn man ein bisschen über allen Dingen schweben will, so muss man als erstes Ballast abwerfen.

Von welchem Ballast, von welcher überflüssigen und beschwerlichen Last möchten Sie sich trennen?

Meine hochsensiblen Klienten antworten darauf beispielsweise:

  • Von Pflichten und Aufgaben, von Verantwortung und Zuständigkeiten.
    Oft sind es Aufgaben, die man sich nicht selbst ausgesucht hat, sondern, die beinahe unmerklich schleichend an einem hängen geblieben sind. Bis sie so schwer an einem hängen, dass alle Leichtigkeit verschwunden ist.
  • Vom eigenen Perfektionismus.
    Verlässlichkeit, Zuverlässigkeit und Gewissenhaftigkeit sind echte Stärken vieler Hochsensibler. Wenn es jedoch ein bisschen zu viel des Guten wird, so entsteht ein angestrengter Perfektionismus. Also auch mal mit 80% zufrieden sein und dafür weniger angespannt sein.
  • Von Selbstzweifeln.
    Selbstzweifel begleiten viele Hochsensible. Es ist das Gefühl, nicht gut oder schön oder schlank genug zu sein, das Gefühl, zu introvertiert, zu nachdenklich, zu harmoniebedürftig und dünnhäutig zu sein. Oftmals möchte man anders sein, als man ist oder andersherum etwas nicht sein, was man ist. Wirft man diesen Ballast ab, so bleibt die Akzeptanz „Ich bin so gut, wie ich bin.“
  • Von Gedankenkontrukten,
    die als einzig möglich oder wahr angesehen werden, obwohl es nur die eigene Überzeugung oder Erwartung ist und keineswegs eine Tatsache.
    Was viele von uns kennen: Wir gehen leicht mal davon aus, dass andere über einen reden, lästern oder tuscheln. So trauen wir niemandem wirklich und deuten schon kleinste Anzeichen als Tuscheln oder Lästern. Zusätzlich sehen wir uns als wehrloses Opfer. Und das ist fatal, wenn man bedenkt, dass dieses Denken lediglich unserer eigenen Phantasie und Erwartung entspringt. Man könnte auch anders denken.

Wie wäre es und wie würde es sich anfühlen, wenn Sie den Ballast abwerfen würden, den sie nicht (mehr) brauchen?
Leicht?

Einfach mal anders?
Unsicher?
Lassen Sie alle Gefühle zu, die dabei aufkommen, die angenehmen wie Freude, Spaß und Leichtigkeit ebenso wie die unangenehmen wie Angst vor dem Neuen oder Unsicherheit. Es ist alles okay. Vielleicht können Sie es genießen, vielleicht fällt es ihnen schwer, Ballast loszulassen und sich zu trennen. Das ist alles in Ordnung so.

Und einen Versuch ist es allemal wert!