Was haben Weihnachten und der Psalm 139 aus der Bibel mit Hochsensibilität zu tun?

Dezember 18, 2018

Im Psalm 139 der Lutherbibel heißt es ” Ich danke dir, dass ich wunderbar gemacht bin.”
Wunderbar heißt nicht perfekt. Es heißt, mit sich selbst klarzukommen, sich so anzunehmen, wie man ist, mit allen Sonnen- und Schattenseiten und allen Wundern, allen Überraschungen, die man mit sich selbst immer wieder erlebt.
“Warum reagiere ich so und nicht anders? Aus welchem Grund fasst mich eine Bemerkung eines Mitmenschen so sehr emotional an? Was mag ich wirklich an mir? Wer bin ich denn eigentlich wirklich?”

Zu Weihnachten, wenn ein wenig Zeit zur Besinnung ist, wenn das Lebenskarussel sich ein wenig langsamer dreht, wenn Zeit für gute Gespräche mit Familie oder Freunden ist, dann kommen solche Fragen auf. Und dann erinnert sich der ein oder andere auch an die Bibel, ein Buch, das viele Menschen sonst eher selten zur Hand nehmen.

Wenn ich annehme, dass ich wunderbar gemacht bin, dass auch andere Menschen wunderbar gemacht sind, dann kann ich loslassen vom Perfektionsstreben. Ich bin nicht perfekt. Mängel habe ich genug, Mängel sehe ich auch an anderen genug. Und ich muss auch nicht perfekt sein. Viele Hochsensible haben dieses Perfektionsstreben in sich. “Wenn ich es nicht perfekt machen kann, so muss ich mich noch mehr anstrengen, so lange, bis es hundertprozentigoder mehr als hundertprozentig ist.” Dabei verkrampft der Körper immer mehr, Muskeln, Herz und das Denken werden starr. Es könnte helfen, an ein kleines Wunder zu glauben. An ein Wunder, das ich in mir trage – Unvorhergesehenes, Überraschendes, nicht bewusst zu Beeinflussendes. Ich muss nur offen dafür sein, es zulassen.

Ich wünsche allen meinen Lesern ein in diesem Sinne wunderbares Weihnachtsfest.